Hitze, Helebarden und Heldenmut
Am 9. Juli 1386 war es extrem heiss. Das habsburgische Heer traf bei Sempach auf die eidgenössischen Truppen. Was dann passierte, ging in die Geschichtsbücher ein.
Ritter gegen Bauern
Die Österreicher waren in der Überzahl und schwer gepanzert. Da das Gelände hügelig und uneben war, mussten die Ritter absitzen und bildeten eine dichte Mauer aus langen Lanzen. Die Eidgenossen, die meist aus einfachen Bauern bestanden, kamen mit ihren kürzeren Hellebarden nicht gegen diese Reichweite an. Jeder Angriffsversuch wurde von den Speeren gestoppt, während die Hitze den Schweizern zusätzlich zusetzte.
Die Entscheidende Wendung
Die Lage auf dem Schlachtfeld bei Sempach schien für die Eidgenossen zunächst völlig aussichtslos zu sein. Die österreichischen Ritter hatten eine taktisch kluge Formation gewählt und bildeten einen dichten, fast undurchdringlichen Wall aus überlangen Lanzen. Da die Schweizer lediglich mit kürzeren Hellebarden und Äxten bewaffnet waren, gelang es ihnen über lange Zeit nicht, nah genug an den Feind heranzukommen, ohne vorher aufgespiesst zu werden. Die sengende Mittagshitze verschlimmerte die Situation, da die Kämpfer in der prallen Sonne schnell ermüdeten und die Verluste auf eidgenössischer Seite dramatisch anstiegen.
In diesem Moment höchster Not geschah das Ereignis, das heute als der grosse Wendepunkt der Schweizer Geschichte gilt. Der Legende nach trat Arnold von Winkelried aus den Reihen hervor und opferte sein Leben für die Freiheit seiner Gefährten. Er stürzte sich entschlossen in die feindliche Lanzenwand und begrub so viele Speere wie möglich unter seinem eigenen Körper. Durch sein Gewicht und sein tiefes Eindringen in die Formation wurden die Lanzen der Ritter zu Boden gedrückt, wodurch für einen kurzen Augenblick eine schmale Gasse im eisernen Wall entstand.
Die Eidgenossen erkannten ihre Chance sofort und stürmten durch diese Lücke direkt in das Herz der österreichischen Truppen. Im nun folgenden dichten Getümmel wendete sich das Blatt radikal zu Gunsten der Schweizer. Die Ritter waren durch ihre langen Lanzen im Nahkampf extrem behindert und konnten sich in ihren schweren, erhitzten Rüstungen kaum noch gegen die flinken Angriffe mit den Hellebarden verteidigen. Innerhalb kürzester Zeit brach die Ordnung des habsburgischen Heeres völlig zusammen, was schliesslich zur Flucht der Ritter und zum Tod von Herzog Leopold III. führte.